13.-16.02.2014

Peking Nr. 1

Es war früh am Morgen als wir Peking erreichten. Nach einigen Orientierungsschwierigkeiten – lag vermutlich an der Müdigkeit – fanden wir die Metro und fuhren zu unserem Hostel – wobei wir zuerst in die falsche Richtung fuhren. Wir konnten zum Glück trotz der frühen Morgenstunden sofort einchecken. Wir ruhten uns noch ein wenig aus, duschten und aßen bald Mittag. Für mich gab es nur Reispampe mit ein paar Pilzen. Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg zum Temple of Heaven (Himmelspalast). Dabei fiel uns mal wieder eine er vielen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen auf, denn beim Busfahren gab es tasächlich jemanden, der für dich deinen einen Yuan für die Busfahrt in eine Box warf. Es dauerte eine Weile bis wir den richtigen Eingang fanden. Der Temple of Heaven war von einem großen Park umgeben durch den wir schlenderten.


Der Park und seine Gebäude wurden damals mit viel bedacht angelegt und gebaut. Es hieß nämlich, dass der Himmel rund, die Erde quadratisch ist. Daher waren alle heiligen Gebäude rund, Nebengebäude etc. viereckig und auch in der Parkanlage findet man diesen Wechsel zwischen rund und eckig wieder.


Es gab viel dort zu sehen, sodass wir einige Stunden brauchten bis wir wieder zurück im Hostel waren und uns aufwärmen konnten. Am Abend machten wir uns auf den Weg zum Barviertel. Leider verfuhren wir uns ein wenig – der Busfahrer hatte uns einfach zu früh rausgeschmissen, weil er vermutlich Feierabend machen wollte – sodass wir auf eigene Faust durch die Straßen liefen. Wir landeten in einer sehr bekannten Straße, in der es jede Menge Bars Restaurants, Hostels und Souvenirläden gab. Wir kamen sehr spät zurück ins Hostel und schlichen leise ins Bett um unseren Zimmernachbar nicht zu wecken.

Am Freitag standen wir früh auf um mehr vom Tag zu haben. Zuerst ging es über den Tianmen Platz zur Verbotenen Stadt.


Wir kauften uns einen Audioguide, der amüsantes Deutsch sprach. Dieser führte uns durch die Palaststadt. Ohne diesen Guide wäre es nur halb so spannend gewesen, da sich die Gebäude schnell wiederholten. Dennoch war es sehr interessant zu sehen, wie der Kaiser und sein Gefolge damals gelebt hatten.


Darauf machten wir uns auf den Weg zum Lama Tempel. Dieser Tempel ist so besonders, da er einer der wenigen tibetischen Tempel außerhalb von Tibet ist. Er war einer der schönsten Tempel, in denen ich während meines gesamten Aufenthalts in China gewesen war.


Den gesamten Tag achtete ich auf meine Ernährung, doch am Abend setzten wir alles auf eine Karte, da wir kaum Ausweichmöglichkeiten hatten. Wir gingen in ein richtig teures Restaurant, um die berühmte Pekingente zu essen. Wir stellten fest, dass selbst Gerhard Schröder dort bereits gespeist hatte. Wir nahmen es sogar in Kauf, dass wir einige Miuten auf einen freien Tisch warten mussten. Die Pekingente wurde höchstpersönlich von einem Koch vor unserem Tisch geschnitten und serviert. Sie schmeckte traumhaft. Entgegen der Tradition aßen wir die Pekingente zusammengewickelt in einer Art Pfannkuchen. Dies war zwar zuerst ungewöhnlich für uns, schmeckte aber richtig gut. Wir genossen die Ente und gönnten uns außerdem köstliche Frühlingsrollen. Wir schlemmten Stunden vor uns hin bis wir dann doch beschlossen mal langsam zu gehen. Wir zahlten das zwölffache eines normalen Abendessens, aber das war es wert und meinem Magen schien es wieder blendend zu gehen.

Am darauffolgenden Tag standen wir noch früher auf als zuvor. Das hatte aber einen ganz einfachen Grund: Wir wollten zur Großen Mauer in Mutianyu. Man fährt ungefähr zwei Stunden dorthin. Da Nebensaison war und keine Busse fuhren, mussten wir eine Tour buchen. An der Großen Mauer angekommen, mussten wir unsere erste Entscheidung fällen ohne uns über die Folgen so richtig bewusst gewesen zu sein. Wir sollten entscheiden, ob wir mit der offenen Gondel fahren wollten, sodass wir am Ende den Berg runterrodeln konnten, oder mit der geschlossenen Gondel. Natürlich entschieden wir uns für die Sommerrodelbahn. Allerdings war dadurch die Strecke, die wir auf der Großen Mauer innerhalb drei Stunden zurücklegen mussten doppelt so lang als mit der anderen Gondel. Das Wetter war sehr nebelig und trüb, klarte aber nach und nach etwas auf.


Wir hatten gehofft noch ganz viel Schnee zu erwischen, aber leider war nur noch auf der Mauer selbst Schnee. Man unterschätzt wie anstrengend es sein kann auf der Großen Mauer zu wandern. Es ging große Steinstufen steil hinauf, Wege auf Eis bergab...wir waren völlig außer Atem.


Hinzukam, dass wir uns auf dem Rückweg zur Rodelbahn sehr beeilen mussten, da man im Tal mit dem Mittagessen wartete. Dennoch hatte sich die Wahl gelohnt. Die Sommerrodelbahn machte auch im Winter außerordentlichen Spaß. Wir trafen als letztes beim Mittagessen ein und setzten uns zu den restlichen Westlern. Als wir denen allerdings beim Essen zusahen, waren wir etwas verstört. Den Sinn einer Reisschale hatten sie irgendwie nicht verstanden und verwendeten lieber den Abfallteller. Es war etwas abstoßend ihnen beim Essen zuzusehen. Auch das Essen war sehr auf die Westler abgestimmt. Es stand westliches chinesisches Essen vor uns, kein wirklich chinesisches. Gesättigt und völlg erschöpft fuhren wir darauf wieder zurück. Obwohl wir so müde waren, kamen wir darum herum unser Gepäck völlig neu zu packen. Da wir keine fünf Meter mehr laufen wollten, aßen wir abends Pizza im Hostel. Es ging bald für uns ins Bett.

An unserem vorerst letzten Tag in Peking schauten wir uns eine Austellung von Pekings Vergangenheit, Gegenward und Zukunft an. Darin sah man hauptsächlich Miniaturabbildungen von Peking und eine unrealistische Vorstellung, wie man Peking in der Zukunft sieht. An sich war das Museum richtig schön aufgebaut, allerdings war vieles nur auf chinesisch, sodass wir etwas verärgert waren. Danach machten wir uns auf den Weg zum Pearl und Silk Markt.


In diesen Shoppingcentern bekommt man so ziemlich alles, nur nicht immer ganz echt. Dort versucht man Dior, Luis Vuitton und Co. an den Mann zu bringen. Wir besorgten uns ein paar Souvenirs für Familie und Freunde zu Hause, waren aber bald erschöpft vom vielen Handeln. Als wir zurück im Hostel waren, bereiteten wir uns auf unsere bevorstehende Fahrt vor. Da überall an den Wänden im Hostel sich Gäste kreativ verewigt hatten, taten wir dies natürlich auch. Danach gings ab zum Bahnhof und rein in den Zug nach Harbin – allerdings war der Bahnhof extrem enttäuschend für einen Hauptstadtbahnhof. Mal wieder hatten wir keine Schlafplätze mehr bekommen, aber immerhin leisteten wir uns weiche Sitze. Dadurch war es uns möglich wenigstens ein bisschen zu schlafen.

5.3.14 12:39

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