10.-12.02.2014

Pingyao

Wir kamen früh am Morgen in Pingyao an, hatten kaum geschlafen, es war extrem kalt und natürlich fanden wir auch kein Taxi. Super. Nachdem wir halb erfroren waren, tauchte doch noch ein Taxi auf, dass uns mitehmen wollte. Beim Aussteigen verlangte dieser gedoch mehr als das doppelte vom normalen Preis. Wir ließen uns das nicht gefallen und diskutierten mit ihm bis uns die Hostelbeitzerin unterstütze und er mit noch immer zu viel Geld verschwand. Wir hatten einen Schlafsaal gebucht, doch die Hostelbesitzerin platzierte uns in ein Doppelzimmer. Das Bett war so groß, dass man locker zu fünft drauf hätte schlafen können. Wir waren sehr froh über diesen plötzlichen Luxus, da wir nun ein eigenes Bad besaßen und im Fernsehen Olympia schauen konnten. Der einzige Nachteil war nur, dass es etwas kalt im Zimmer war. Die Heizung ging erst gegen Abend an und die Klimaanlage – in China „heizen“ die nämlich auch – funktionierte nicht. Daher kuschelten wir uns in unser großes Bett und schliefen ein wenig. Gegen Nachmittag wagten wir uns in die Kälte und schauten uns die Innenstadt an. Pingyao besitzt nämlich zwei Bezirke. Zum einen die normale Stadt und zum anderen die Innen – bzw. Altstadt. Diese ist von einer großen Mauer umgeben und damit vom Rest abgeschottet. Unser Hostel befand sich in der Altstadt, sodass wir uns eigentlich nie außerhalb der Stadtmauern aufhielten. Die Altstadt war sehr schön und klein. Es dauerte nicht lang bis wir alles gesehen hatten.


Der große Unterschied zwischen dieser chinesischen Altstadt und all den anderen, die wir bisher besichtigt hatten, war, dass alles noch so geblieben ist, wie es war. Die Einheimischen lebten noch dort, es gab keine Fastfoodketten – wie KFC – oder ähnliches, keine internationalen Marken...nichts. Das einzige was es gab, waren Souvenirläden der Einheimischen sowie Restaurants. In einem der vielen Restaurants aßen wir auch zu Mittag. Alicia und ich ging es nach dem Schlaf besser – wenn auch nicht optimal. Wir wagten es, etwas von den lokalen und sehr spezielen Gerichten zu probieren. Allerdings ging es bei mir darauf wieder abwärts. Wir liefen zurück ins Hostel und ruhten uns erneut aus. Auch Alicia schien sich nicht allzu fit zu fühlen. Bis zur Schlafenszeit schauten wir Olympia an und noch einen Film.

Da wir nicht nur zu Hause herumliegen wollten, beschlossen wir am nächsten Tag einen größeren Ausflug zu machen. Hierfür standen wir um 8 Uhr morgens auf und frühstückten Toastbrot im Hostel. Jedoch lag dieser mir ziemlich schlecht im Magen. Nach dem Frühstück ging es los zu der ehemaligen Residenz der Familie Wang.

Die Familie Wang war in der Vergangenheit eine sehr reiche Familie und besaß im Prinzip ein kleines Schloss. Es gab Gebäude für künstlerische Tätigkeiten, zum Kochen, zum Wohnen, zum Beten etc.

 


Das Gelände war erstaunlich groß. Es war natürlich interessant und besonders schön diese alten Gebäude zu betrachten und sich das frühere Leben darin vorzustellen, andererseits war der Architekturstil und der Aufbau immer der Gleiche, sodass es bald doch etwas einseitig wurde.


Nachdem wir unsere Besichtigungstour durch die Residenz beendet hatten, fuhren wir weiter in das Dorf Zhangbi. Dort befindet sich ein 1400 Jahre altes Netzwerk aus Verteidigungstunneln. Diese Tunnel erstreckten sich auf eine Länge von über 10 km. Leider wurden nur 1500m davon renoviert. Mit einem Tourguide wanderten wir unter der Erde. All die Vorsichtsmaßnahmen der früheren Einheimischen waren faszinierend. Es gab Fluchtwege, Wasserlöcher, Ställe für die Pferde, Schlafräume für die Offiziere, Postwege und vieles mehr. Amüsant fand ich besonders, dass all diese Bemühungen umsonst gewesen waren und das Dorf nie angegriffen wurde.


Unsere Tour beinhaltete auch eine Besichtigung durch das Dorf. Wir schauten uns Tempel sowie andere Sicherheitsmaßnahmen gegen Feinde an. Das Dorf hatte einen besonderen Charme, weil es tatsächlich bis heute noch ein Dorf geblieben ist. Es erinnerte mich an die Heimat meiner Eltern, die auch aus kleinen Dörfern in Deutschland kommen. Es war sehr ruhig dort, hin und wieder bellte mal ein Hund oder man begegnete Einheimischen.


Als wir zurück im Hostel waren, aßen wir dort zu Abend. Ich hielt mich an eine schlichte Nudelsuppe mit Rindfleisch, um meinen Magen zu schonen, allerdings schaffte ich nur einen Bruchteil davon zu essen. Zum Abschluss des Tages schauten wir wieder Olympia und lagen erschöpft in unseren Decken gekuchelt auf dem Bett. Ich spürte, dass mein Körper noch nicht ganz so fit war und schlief bald ein.

Am nächsten Morgen war mal wieder Packen angesagt, da es abends weiter zum nächsten Reiseziel ging. Wie am Tag zuvor frühstückten wir im Hostel Toast. Mein Magen hatte sich am Tag zuvor schon nicht so fit angefühlt und streikte an jenem Tag völlig. Mein Frühstück war dann wohl ein Momentgenuss, denn lange blieb es nicht im Magen. Begleitet von Bauchschmerzen besichtigte ich mit den anderen zwei Mädchen die Altstadt.


Zuerst liefen wir auf der Stadtmauer spazieren und umkreisten einmal die Altstadt.


Darauf schauten wir uns in der Altstadt noch einige Museen von alten Gebäuden an, bevor unsere Mägen so sehr knurrten – vor allem meiner – dass wir uns in ein Restaurant setzten und zu Mittag aßen. Dieses Mal gab es für mich nur eine Schale Reis. Ich brauchte sehr lange um das trockene Essen herunterzuwürgen. Immerhin blieb es auch da, wo es sein sollte. Wir wärmten uns im Hostel noch einmal auf und zogen später erneut los um uns Souvenirs zu kaufen. Bevor wir zum Bahnhof fuhren, gab es Abendessen. Ich wollte nicht schon wieder nur eine Schale Reis, sodass ich es erneut mich Toast probierte. Tja, das war wohl keine gute Entscheidung, denn am Bahnhof ließ ich alles an Essen da, dass noch irgendwie in mir drin war. Mit leerem Magen und schlimmen Bauchkrämpfen hockte ich mich schließlich in den Zug. Dieses Mal hatten wir wenigstens wieder Betten. Es dauerte aufgrund der Bauchkrämpfe sehr lange bis ich schlafen konnte – eine Schmerztablette half nach. Ich hoffte nur stark, dass es mir in Peking endlich besser gehen würde, denn das war unser nächster Halt.

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09.Februar 2014

Zug-Liveticker von Xi'an nach Pingyao

ein Einblick in eine chinesische Zugfahrt

21:30 Wir packen unsere Sachen zusammen und machen uns auf den Weg zum Bahnhof von Xi'an.

21:41 Eine gefühlte Ewigkeit müssen wir an der Bushaltestelle auf unseren Bus warten. Alicia hat schreckliche Kopfschmerzen, Janine leidet an Bauchbeschwerden. Wo bleibt nur der Bus?

21:52 Endlich kommt Bus 603.

21:53 Hat der Busfahrer seinen Führerschein im Lotto gewonnen? Jedes Mal, wenn der Busfahrer bremst, fallen wir fast um → das üben wir wohl nochmal.

21:57 Ankunft am DDR-Bahnhof von Xi'an.

21:59 Ab geht’s durch die Passkontrolle. Wir drehen uns um. Eine fehlt. Kay wurde zurückgeschickt. Sie hatte vergessen ihr Ticket beim Ticketschalter abzuholen.

22:05 Nach etwas Verzögerung geht die Reise weiter. Die Sicherheitskontrollen warten auf uns. Man könnte meinen, man wäre am Flughafen. Fehlanzeige. Faszinierend ist ja, dass Gegenstände wie Messer anscheinend kein Problem sind.

22:10 Wir erreichen die Miniaturwartehalle. Eine Halle für acht Züge. Kennen Chinesen eigentlich das Wort Realismus?

22:16 Entdeckung der Unterwelt auf der Bahnhofstoilette. Wir hätten lieber nicht gehen sollen.

22:25 Wir dürfen einchecken, Wegen unserer Klopause waren wir allerdings zu spät, sodass wir zunächst vor verschlossenen Gittern stehen.

22:29 Endlich Durchlass. Erneut werden unsere Tickets kontrolliert. Wir müssen den Verlust eines Mitreisenden erleben. Falscher Tag, falscher Zug. Ade Kay. War eine schöne kurze Reise mit dir.

22:30 Das Schicksal liebt uns. Es reicht nicht, dass zwei Invaliden unter uns sind, nein, wir müssen auch noch zuerst zum letzten Gleis und darauf zum letzten Wagon laufen. Die Invaliden leiden.

22:36 Endlich haben wir unseren Wagon(12) erreicht. Es beginnt das Quetschen durch die vielen Stehpassagiere zu unseren Sitzplätzen.

22:38 Wir konnten mit viel Mühe unsere Sitzplätze finden, doch die Gepäckablagen sind komplett voll. Wohin mit dem Gepäck? Das Puzzeln beginnt.

22:56 Alles hat endlich irgendwie seinen Platz gefunden. Wir ernten für unsere Aktion sowohl böse als auch belustigte Blicke der Mitfahrenden. Janines Nachbarin ist nun leicht verstört. Hauptsache die Fahrt kann losgehen.

23:04 Swantje verschwindet gleich mal auf der Toilette, aber nur um den Pass sicher zu verstauen.

23:08 Swantje kehrt zurück und stellt den Wecker auf 6:30 Uhr.

23:11 Die Haare werden zum Schlafen frisiert und anstatt Zähne zu putzen, muss ein Pfefferminzbonbon ausreichen.

23:16 Janine startet ihre hartnäckige Trinkaktion , um ihren Darmproblemen entgegen zu wirken.

23:29 Der erste Prediger läuft durch den Zug. Leider war dieser zu schnell, um erkennen zu können, was er verkaufen wollte.

23:32 Nun folgt der erste Essensverkäufer.

23:33 Alicias Kopfschmerzen verschlimmern sich. Sie sieht extrem fertig aus.

23:40 Erster Halt an irgendeiner unbedeutenden Haltestelle.

23:43 Janines Nachbarin beginnt Kräcker zu essen, allerdings sollte sie lieber auf Obst umsteigen. Sie braucht Janines halben Sitz.

23:47 Janine erstickt schier am Zigarettenrauch, kann sich aber wieder fangen. Sie ist vorläufig aus der Todesgefahr.

23:48 Swantje versucht ihre Schlafposition zu finden.

23:50 Die Hälfte der Lichter geht aus. Scheint wohl Zeit zum Schlafen zu sein.

23:52 Eine Obstverkäuferin versucht trotz Schlafenszeit noch etwas zu verkaufen. Frei nach dem Motto: „Obst vorm Schlafen, kann ja nicht schaden.“

23:53 Gleich der Obstverkäuferin hinterher, folgt der Klopapier und Leselektürenmann. Es bildet sich Stau auf der A12 Klo Richtung Toilette.

23:55 Swantje glaubt nun ihre Schlafposition gefunden zu haben. Wir werden sehen.

23:56 Wir haben eine neue Art von Schlafbrille entdeckt. Soll Wunder wirken. (auch Sonnenbrille genannt)

00:00 Das Kleinkind nebenan fängt an „Old Mc Donald Had A Farm“ zu singen

00:01 Die Obstverkäuferin versucht es erneut. Dieses Mal spricht sie uns sogar direkt an, doch sie blieb erfolglos.

00:06 Auch Janine wagt ihren ersten Blick in die Zugtoilette.

00:15 Alicia und Swantje versuchen zu schlafen. Janine versucht es erst gar nicht.

00:17 Janines Nachbarin schaut einen chinesischen Film an. Janine schaut einfach mal mit.

00:25 Auch Janine beschließt nun zu schlafen.

00:29 Die Obstverkäuferin gibt nicht auf.

00:35 Zweiter Halt an einem unbedeutenden Ort.

01:04 Den intelligenten Leuten von der Bahn fällt ein, dass sie noch die Tickets kontrollieren müssen. Dreimal war ja noch nicht genug. Die Idioten von der Bahn sind doch alle gleich. Beruhigend, dass das nicht nur in Deutschland so ist.

02:06 Janine konnte bisher noch keine Sekunde schlafen. Auch ein weiterer Mitreisender ist noch wach. Warum schläft er nicht wie der Rest? (oder probiert es wenigstens...)

02:25 Wir halten an Kuhkaff Nummer drei. Der wach gebliebene Mitreisende steigt aus. Das erklärt vieles. Schlafen scheint für Janine noch immer unmöglich.

02:40 Janine beschließt auf die Toilette zu gehen. Leider wird dies zum Hürdenlauf, da überall im Gang Chinesen sitzen und schlafen.

02:45 Swantje verliert all ihren Scham und legt (unabsichtlich) ihren Kopf auf die Schulter ihres Nachbarn. Dieser guckt weniger begeistert.

03:30 Janine gibt es nach über drei Stunden auf mit ihrer Musik einzuschlafen.

05:40 Inzwischen haben wir Kuhkaff Nummer vier erreicht und Janine ist noch immer wach.

05:52 Auch Alicia muss nun einmal auf die Toilette.

06:01 Janine schafft es endlich ein wenig zu dösen und nur noch alle 10 Minuten aufzuwachen. Was für ein Erfolg.

06:30 Swantjes Wecker kingelt. Naja, er SOLLTE klingeln. Wahrscheinlich war er auch noch zu müde.

06:45 Am Ende des Wagons gibt es gleich eine Schlägerei. Endlich passiert auch mal etwas.

07:00 Wir holen unser Gepäck. Die Morgenmusik erklingt, um auch die restlichen Leichen zu wecken.

07:08 Wir erreichen Pingyao und steigen aus...in die bittere Kälte. Endlich sind wir da. Fazit: Nie wieder Hard Seat über Nacht!!!

21.2.14 16:56, kommentieren

06.-09.Februar 2014

Xi'an

Früher war Xi'an ein bedeutsame Stadt. Sie war das Ende der bekannten Seidenstraße und somit Schmelzpunkt von Kulturen und Religionen. Hier erlebt man chinesische Geschichte und Tradition. Wir kamen in den frühen Morgenstunden am Bahnhof in Xi'an an, welcher an die DDR erinnerte. Mit dem Taxi ging es darauf weiter zu unserem zentral gelegenen Hostel. Nach der Enttäuschung in Suzhou war das Hostel nochmal besser als sowieso. Besonders die Fußbodenheizung ließ uns staunen. Wir wärmten uns ein wenig auf, bevor wir gemeinsam mit unseren neuen Reisebegleitung Kay, eine chinesische Freundin von Swantje, zum Bell- und Drumtower liefen.


Der Glockenturm beinhaltete ursprünglich eine Glocke, die zum Sonnenaufgang läutete. Der Trommelturm hingegen signalisierte den Beginn der Nacht.


In beiden Türmen gab es eine kleine Musikaufführung mit Glocken und Trommeln natürlich. Während wir durch Xi'ans Zentrum liefen schneite es sogar leicht. Gegen Abend legten wir uns müde in unsere Betten im Hostel und schauten nur noch einen Film. Wir waren zu erschöpft durch die Lebensmittelvergiftung, als dass wir noch irgendetwas anderes unternehmen konnten.

Am nächsten Tag fuhren wir zur berühmten Terrakottaarmee außerhalb von Xi'an.


Tausende lebensgroße Terrakottakrieger überwachten über zweitausend Jahre lang in einer unterirdischen Höhle den ersten Kaiser Chinas.


Erst vor ca. 40 Jahren entdeckte man diese, als Bauern einen Brunnen graben wollten. Besonders eindrucksvoll war die große Halle mit über 6000 Terrakottakriegern.


Völlig durchgefroren wärmten wir uns danach im Subway auf und gingen darauf zurück zum Hostel. Alicia und ich waren noch immer geschwächt und ruhten uns den gesamten Abend erneut aus. Unsere nette Zimmernachbarin brachte uns sogar ein paar Bananen zum Abendessen mit.

Unser Tag begann perfekt mit einem leckeren Schokocornflakesfrühstück mit deutscher Milch, das wir uns im Supermarkt gekauft hatten. Danach liefen wir zur Stadtmauer Xi'ans und spazierten vom Osttor zum Südtor.


Die Stadtmauer war zwar schön, aber die Aussicht äußerst langweilig. Nachdem wir nach einer Stunde das Südtor erreicht hatten, gingen wir zum muslimischen Viertel. Man muss jedoch bedenken, dass es ein chinesisches muslimisches Viertel war. Das einzig vertraute, dass ich dort entdeckte, war Fladenbrot, von dem wir sofort etwas probierten. Wir schlenderten durch die Gassen zur Moschee. Sie ist eine der größten Chinas und besitzt eine interessante Mischung islamischer und chinesischer Architektur. Am Abend fuhren wir zur Großen Wildganspagode außerhalb der Stadt um die Wasserspiele am großen Brunnen anzuschauen. Begleitet von europäischer sowie chinesischer Musik sprudelten Fontänen aus den Brunnen. Der Anblick war ganz schön, vor allem, wenn Chinesen aufgrund ihrer Leichtsinnigkeit nass wurden. Man betrachte chinesische Fotografiekunst...


Uns war bald sehr kalt, sodass wir nicht allzu lang an der Pagode verbrachten, sondern lieber zurück ins Hostel fuhren.

An unserem letzten Tag in Xi'an unternahmen wir nicht mehr allzu viel. Da Swantje andauernd kalte Füße hatte, legten wir einen Shoppingtag ein, um neue Winterschuhe zu kaufen. Wir klapperten unzählige Läden in zwei Shoppingcentern ab, bis wir endlich fündig wurden. Um den Tag passend abzuschließen, machten wir uns die Mühe und suchten Dunkin Donuts auf. Zurück im Hostel wurde es Zeit sich im Hostel zu verewigen. Vorherige Gäste hatten Bilder gemalt, welche überall in der Lobby hingen. Auch wir packten unsere künstlerischen Fähigkeiten aus und malten sehr lange an unseren Meisterwerken. Am frühen Abend mussten wir auch wieder los, da unser Zug zum nächsten Abenteuer wartete.

20.2.14 15:45, kommentieren

03.-05.Februar 2014

Suzhou

In der Tourismuswerbung heißt es immer so schön, dass Suzhou das „Venedig des Ostens“ ist. Tatsächlich war Suzhou einst eine wunderschöne Stadt, doch wie überall in China wurde auch sie modernisiert und ausgebaut. Was alt und traditionell ist, ist im Auge der Chinesen rückständig. Aber Suzhou hat noch genug Charme behalten, dass es sich trotzdem lohnt der Wasserstadt einen Besuch abzustatten.

Unsere erste böse Überraschung wartete in unserem Hostel auf uns. Unser Zimmer war stockdunkel und es gab nur ein kleines Licht, dass auch nicht mehr weiter half. Also packten wir im halbdunkeln unser Gepäck aus. Doch das war nicht die einzige Überraschung. Wir mussten seltsamer Weise unsere Betten selbst beziehen. Dabei bemerkte ich, dass meine Bettwäsche überall dreckig war und Flecken hatte. Bei Kopf-und Deckenüberzug drückte ich ein Auge zu, aber das Bettlaken lies ich dann doch austauschen. Ich war ziemlich schlecht gelaunt. Hinzukam, dass es den Gemeinschaftsraum, von dem auf der Internetseite erzählt wird, überhaupt nicht gab und das heiße Wasser, dass wir zum Trinken bekamen eklig schmeckte. Die Duschkabine war auch nicht gerade unser Favorit und heißes Wasser gab es nur ein paar wenige Stunden am Tag. Wir hatten keine Nacht in dem Hostel geschlafen und waren uns einig, dass es eines der schlechtesten war, dass wir bisher gebucht hatten. Um uns von dem Schock erst einmal zu erholen, beschlossen wir nach etwas zum Abendessen zu suchen. Es war furchtbar kalt und windig draußen, sodass es uns schnell wieder ins Hostel zog, um einen Film zu schauen.

Wir hatten eine grausame Nacht. In der Stadt wurden ununterbrochen Böller und Feuerwerke gezündet. Außerdem zog es in unser Zimmer, da es Löcher in der Wand hatte. Da half die Klimaanlage auf 30°C auch nichts mehr. Wir besuchten am Morgen den „Garten der Politik meiner Wenigkeit“, welcher einer der größten der vielen Gärten in Suzhou ist.


Wir hofften durch die Kälte Menschenmassen entgehen zu können doch wir täuschten uns. Selbst im kalten Winter waren zahlreiche Besucher unterwegs. Auch im Löwenhaingarten, den wir darauf besuchten, wurde es nicht besser.


An sich waren die Gärten ganz schön, nur waren zum einen zur falschen Jahreszeit dort und zum anderen störten uns einfach die vielen Menschen.


Wenigstens konnten wir hübsche Souvenirs ergattern. Das Suzhou Museum ließen wir für diesen Tag aus. Die Schlange davor war zu lang. Am Abend schauten wir erneut einen Film. Leider wurde dieser von mir unterbrochen. Ich hatte eine Lebensmittelvergiftung von dem Abendessen. Nur einige Stunden später schloss sich mir Alicia an und am Tag darauf auch Swantje. Dementsprechend grauenvoll war dann auch die Nacht – wobei wir dachten, dass es schlimmer als am Vortag, nicht mehr werden könnte. Am nächsten Morgen waren wir unfähig aufzustehen. Nur mühsam konnten wir uns aus den Betten quälen und unser Gepäck zusammenpacken, da wir um 12 Uhr bereits auschecken mussten. Da es den angeblichen Gemeinschaftsraum ja nicht gab, hatten wir keine andere Wahl als uns stundenlang in ein Café in der Stadt zu setzen. Viel zu früh brachen wir zum Bahnhof auf, weil wir hofften, dass es dort wärmer war als im Hostel. Allerdings saßen wir dort zwei Stunden lang krank auf den Bänken, sodass wir tiefgefroren um 19.45 Uhr endlich in den Zug nach Xi'an stiegen. Eine lange Fahrt stand uns bevor.

1 Kommentar 15.2.14 15:24, kommentieren