23.02.2014

Der lang ersehnte Heimflug

Es war endlich soweit. Nach sechs langen Monaten würden wir endlich nach Hause fliegen. Es war 6 Uhr morgens, als unser Wecker klingelte und wir verschlafen aus dem Bett hüpften. Bevor wir uns groß anzogen, checkten wir erneut unseren Flug. Wir starrten fassungslos auf den Handybildschirm. Es schien so unglaublich, was wir dort lasen, dass wir uns mehrmals absichern mussten bis wir es realisierten. Unser Flug wurde um einen Tag verschoben. Anstatt am 23.02. um 11.30 Uhr, sollte die Maschine erst am 24.02. um 7 Uhr starten. Panik brach aus. Mit Mühe versuchten wir Ruhe zu bewahren. Sofort packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren zum Flughafen. Eine halbe Stunde früher als ursprünglich geplant, kamen wir dort an. Wir marschierten sofort zu unserem Check-In Schalter. Dort wurde es uns nochmals bestätigt. Unser Flug entfiel. Brav stellten wir uns an der Schlange an. Alle Passagiere wollten nach Frankfurt und für alle stand nun die Frage im Mittelpunkt: Was tun? Zwei Stunden standen wir nervös an, da es nur sehr langsam vorwärts ging. In dieser Zeit gingen wir alle Möglichkeiten durch, was wir nun tun sollten. Wir hofften, dass im Flieger nach München noch zwei Plätze frei waren. Das wäre die Rettung gewesen. Leider hatten wir kein Glück. Es gab laut der Dame am Schalter nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir blieben noch eine weitere Nacht in Peking – wir wollten UNBEDINGT Heim, sodass dies nicht in Frage kam – oder wir versuchten in dem einzigen nicht total überfüllten Flieger nach Europa noch zwei Sitzplätze zu bekommen. Wir probierten es. Unsere Flugtickets wurden umgebucht. Statt direkt nach Frankfurt zu fliegen, hatten wir nun die Möglichkeit unser Glück in der Maschine nach Paris zu versuchen und von dort dann nach Frankfurt fliegen. Wir eilten zum nächsten Check-In Schalter. Als man uns dort mitteilte, dass wir noch Plätze bekommen würden und unser Gepäck mit „FRA“ (Frankfurt) ausgezeichnet wurde, atmeten wir erleichtert auf und brachen in Freudetränen aus. Wir würden zwar erst abends, statt am Mittag in Frankfurt ankommen, aber immerhin am selben Tag. Wir würden also bald doch noch unsere Familien sehen. Nun hatten wir es eilig. Wir hatten viel Zeit verloren. Fünf Minuten bevor das Gate geschlossen wurde, rannten wir noch in den Flieger nach Paris. Das war knapp. Nun standen uns 11 Stunden Flug mit China Air bevor.. Lufthansa wäre uns lieber gewesen, aber was soll man machen. Nach chinesischer Zeit kamen wir um Mitternacht in Paris an. Dort war es aber erst 17 Uhr. Ich konnte mich mit einem Kaffee gut auf Trapp halten. Nun begann die Suche nach dem richtigen Check-In Schalter. Nachdem wir herausgefunden hatten, dass wir zuerst das Terminal wechseln mussten, fanden wir etwas umständlich auch endlich den richtigen Schalter. Als wir dort unsere neuen Boardingtickets abholen wollten, kam das nächste Problem auf. Man hatte uns in Peking keine Plätze für den Flug nach Frankfurt reserviert. Nach vielen Diskussionen und einem langen Telefonat, konnte man uns doch noch die letzten zwei Sitzplätze im Flieger geben. Ich stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Erneut mussten wir uns sehr beeilen, da wir wieder viel Zeit verloren hatten. Am Gate schrieben wir noch schnell unseren Familien und sagten Bescheid, dass wir bald eintreffen würden. Währenddessen wurde das erste europäische Essen verdrückt: Ein belegtes französisches Baguette. Lecker! Kurze Zeit später begann bereits wieder das Boarding. Wir flogen nur eine Stunde, doch die Müdigkeit war deutlich zu spüren. Da ich schlafen für sinnlos hielt, musste also noch mehr Kaffee her. Für uns war es bereits 5 Uhr morgens, als wir endlich in Frankfurt ankamen – dort war es erst 22 Uhr. Meine Müdigkeit war durch den Koffeinschub vorerst weggespült. Der Flughafen war wie leer gefegt. Voller Vorfreude schnappten wir unser Gepäck und passierten den Zoll. Die Tür ging auf und da standen sie. Unsere Familien, die glücklich mit Plakaten und Essen in der Hand auf uns warteten. Die Freude war riesig. Zum einen hatten wir es doch – trotz Umwege – noch nach Deutschland geschafft und zum anderen waren wir endlich zurück in unserer Heimat. Ich konnte es kaum erwarten in meinem eigenen Bett zu liegen.


Das wars nun aus China. Danke an alle, die fleißig meinen Blog gelesen und meine Erlebnisse verfolgt haben. Ich freue mich bereits euch in Deutschland wiederzusehen! Eure Janine

16.3.14 13:30, kommentieren

20.-23.02.214

Peking Nr. 2

Die letzten Tage unserer langen Reise standen an. Wir waren wieder nach Peking gereist. Allerdings trennten sich unsere Wege dort. Alicia musste nach Hengxian, denn ihre eigentliche Zeit in China würde erst beginnen. Swantje und ich allerdings machten uns, auch wenn das Wetter sehr trüb und wolkig war – was durch den Smog nicht unbedingt unterstützt wurde – an unserem ersten Tag zurück in Peking auf den Weg zum Beihai Park.


Er war zwar schön, aber dadurch, dass Winter war und nichts blühte, etwas einseitig. Schade eigentlich. Um die Zeit bis Sonnenuntergang zu überbrücken, unternahmen wir danach eine kleine Shoppingtour. Sobald es dunkel war, fuhren wir zum Olympiapark, schließlich durften das berühmte Vogelnest und das Aquatics Center nicht auf unserer Peking-Sightseeingtour fehlen.

 

Aquatics Center

Durch den Smog war es trotz Beleuchtung etwas schwierig schöne Bilder zu erhalten.

Olympiastadion "Vogelnest"

Am nächsten Tag besichtigten wir den Sommerpalast, der etwas außerhalb des Stadtzentrums liegt. Da es wie so häufig in Peking an der Ausschilderung fehlte, brauchten wir mal wieder eine geschlagene Stunde um den Sommerpalast endlich zu finden. Das Gelände war groß und sehr schön. Man tauchte regelrecht in das alte China ein mit all den Templen, Gärten, Pavillions, Aleen etc.


Meiner Meinung nach sah der Sommerpalast so aus, wie man sich das alte China im Westen so vorstellt.


Das absolute Highlight war der buddhistische Tempel auf dem Gipfel eines Berges.


Tausende an Treppen führten hinauf. Wir konnten uns nur ansatzweise vorstellen wie der Sommerpalast wohl im Sommer aussieht. Am Abend unternahmen wir nichts besonderes mehr, da wir zu erschöpft vom Tag waren und uns lieber entspannt im Hostel ausruhen wollten.

Schließlich brach letztenendes auch unser letzter Tag in Peking an. Wir trafen uns am Morgen mit Sandy – eine Teilnehmerin von ATC, die nun als Au Pair in Peking lebt – und shoppten die letzten Souvenirs bis es Zeit für ein gemeinsames Mittagessen wurde. Darauf duschten wir uns und machten uns schick, denn wir hatten Karten für eine Akrobatikshow. Am frühen Abend wurden wir abgeholt und zum Theater gefahren. Wir bekamen eine unglaubliche Show der chinesischen Akrobatik zu sehen. Diabolo, Fahrräder, Motoräder und Co durften dabei natürlich nicht fehlen. Gebannt saßen wir auf unseren VIP Plätzen und hielten vor Aufregung den Atem an. Um den letzten Abend in China perfekt zu machen, gingen wir nach der Vorstellung in einem Restaurant gut essen bevor wir zum Packen wieder zurück mussten. Das komplette Zimmer stand deshalb auf dem Kopf. Wir entschuldigten uns hierfür auch bei unseren Zimmernachbarn. Ein letzter Blick vor dem Schlafen auf unseren Flug zeigte, dass alles nach Plan verlief, sodass wir beruhigt einschlafen konnten. Deutschland wir kommen!

16.3.14 12:53, kommentieren

17.-19.02.2014

Harbin

Der kleine Mensch bin ich

Als wir in Harbin aus dem Zug stiegen, hatten wir uns auf das Schlimmste vorbereitet. Harbin ist die nördlichste Großstadt Chinas und befindet sich knapp vor der russischen Grenze. In der Vergangenheit kam die Stadt öfters in russischen Kontakt und stand unter deren Einfluss. Somit kam es auch dazu, dass Harbin nun russisch angehaucht ist. Dadurch, dass Harbin soweit im Norden liegt, ist es dort um einige Grad kälter. Warm eingemurmelt standen wir nun auf dem Bahnsteig und stellten fest: So schlimm wie befürchtet, war es überhaupt nicht. Gut gelaunt ging es ab zum Hostel. Von den Internetbewertungen wussten wir, dass wir keine großen Erwartungen haben durften. Trotzdem ließ das Hostel zu wünschen übrig. Wir konnten leider erst nachmittags einchecken, sodass wir irgendwie die Zeit totschlagen mussten. Also liefen wir in die Altstadt zur Zhongyang Dajie, die Hauptstraße und gleichzeitig Einkaufsstraße.


Dort standen überall Schneeskulpturen mit denen man hübsche Bilder machen konnte. Ein Vorgeschmack auf den kommenden Tag. Am Flutenkontrolldenkmal, welches direkt am Fluss liegt, gab es ein buntes Angebot sich auf dem Eis zu vergnügen. Amüsiert wagten auch wir es auf das Eis, beschlossen aber bald weiterzuziehen, bevor noch einer ausrutschte.


Es ging weiter durch die Altstadt zur St. Stophia Kathedrale, eine russisch-orthodoxe Kirche aus dem 20.Jahrhundert.


Wir sparten uns allerdings das Eintrittsgeld. Wir fanden es sowieso unverschämt für eine Kirche Eintritt zu verlangen. Zum Schluss wollten wir uns noch die neue jüdische Synagoge ansehen und waren sprachlos vor Schock. Noch nie in meinem Leben hatte ich eine so hässliche Kirche bzw. Synagoge gesehen. Wir waren sehr enttäuscht.

Endlich konnten wir im Hostel einchecken, sodass wir uns erst einmal eine Pause gönnen konnten und uns ein paar Stunden wieder aufwärmten. Am Abend genossen wir ein leckeres Abendessen – es ging allen von uns wieder gut – und shoppten Souvenirs.

Am frühen Morgen zogen wir uns Schicht für Schicht an. Ausgerüstet wie im tiefsten Winter – es hatte nachts immerhin -30°C – marschierten wir los zur Schneeskulpturenausstellung. Leider war die nicht ganz so leicht zu finden als wir dachten. Weder die Mitarbeiter im Hostel konnten uns weiterhelfen noch war die Austellung ausgeschildert. Eine Stunde lang suchten wir danach und nur durch Zufall fanden wir sie letztenendes. Ein Glück. An der Kasse mussten wir einen stolzen Preis zahlen, da internationale Studentenausweise nicht akzeptiert wurden. Zwei Stunden lang liefen wir darauf durch den Park.


Überall entlang der Wege standen atemberaubende Schneeskulpturen. Es gab sogar ein Schloss und ein Dorf nur aus Schnee.


Es war beeindruckend. Teilweise völlig durchgefroren ging es danach schnell wieder zurück ins Hostel. Aufwärmphase. Am Abend, als es bereits dunkel war, zogen wir noch einmal los. Dieses Mal wollten wir zur Eis-und Schneewelt. Auch dort war es gigantisch.


Es gab unzählige Eissklupturen, die in den verschiedensten Farben beleuchtet wurden. Darunter befanden sich Kirchen, Schlösser, Skulpturen, das Colosseum und vieles mehr.


Man konnte dort in eine chinesische Vorstellung, Eisrutschen hinunter rutschen, bei der Bühnenshow mittanzen – dabei wurden einem super warm – und in ein europäisches Theater, in das wir auch hineingingen. Es war eine gute Möglichkeit sich wieder etwas aufzuwärmen. Als die Show begann, konnten wir mit dem Lachen kaum noch aufhören. Es war fast schon traurig, was als europäisches Theater verkauft wurde.Wir waren insgesamt vier Stunden in der Eis und Schnee Welt bis wir endlich gingen, was unter anderem auch daran lag, dass zugemacht wurde. Der Tag war ein voller Erfolg.


An unserem letzten Tag in Harbin gingen wir zum Frühstücken in ein Einkaufszentrum. Dort bekam man problemlos Cornflakes mit Jogurth, mehr oder weniger Kaffee, Donuts, (chinesisches) Gebäck, Eis und vieles mehr. Wir kauften noch etwas ein, bevor wir uns mittags zum Mittagessen mit zwei Australiern, die wir bereits in Xi'an kennen gelernt hatten, trafen. Das Essen in dem Restaurant war richtig lecker. Wir aßen sozusagen selbstgemachte Frühlingsrollen. Danach schlenderten wir durch Harbin bis wir den Entschluss fassten mit der Gondel auf die andere Flussseite zu fahren und in das Polaraquarium zu gehen. Die Aussicht von der Gondel aus war super. Man konnte einen großen Teil der Stadt sehen. Das Polaraquarium war allerdings eine reine Enttäuschung. Man konnte riesige Eisbären, Robben, Delfine, Schneefüchse und Co in extrem kleinen Käfigen sehen. Der Platz für die Tiere reichte gerade einmal aus, um sich einmal im Kreis drehen zu können. Mehr nicht. Es war grauenhaft die Tiere so extrem eingesperrt zu sehen. Betrübt verließen wir das Polaraquarium wieder. Anstatt mit dem Bus zurückzufahren, beschlossen wir über den zugefrorenen See über eine Stunde lang zurückzulaufen. Die Eisschicht war so unglaublich dick, dass LKWs und schwereres problemlos den Fluss überqueren konnten. Zurück in der Altstadt Harbins aßen wir noch gemeinsam zu Abend bevor es für uns Zeit wurde, unsere Sachen zusammenzupacken, uns zu verabschieden und uns auf den Weg zum Bahnhof zu machen. Es war eine schöne, etwas eisige Zeit in Harbin. Der Abstecher hatte sich definitiv gelohnt.


6.3.14 13:03, kommentieren

13.-16.02.2014

Peking Nr. 1

Es war früh am Morgen als wir Peking erreichten. Nach einigen Orientierungsschwierigkeiten – lag vermutlich an der Müdigkeit – fanden wir die Metro und fuhren zu unserem Hostel – wobei wir zuerst in die falsche Richtung fuhren. Wir konnten zum Glück trotz der frühen Morgenstunden sofort einchecken. Wir ruhten uns noch ein wenig aus, duschten und aßen bald Mittag. Für mich gab es nur Reispampe mit ein paar Pilzen. Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg zum Temple of Heaven (Himmelspalast). Dabei fiel uns mal wieder eine er vielen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen auf, denn beim Busfahren gab es tasächlich jemanden, der für dich deinen einen Yuan für die Busfahrt in eine Box warf. Es dauerte eine Weile bis wir den richtigen Eingang fanden. Der Temple of Heaven war von einem großen Park umgeben durch den wir schlenderten.


Der Park und seine Gebäude wurden damals mit viel bedacht angelegt und gebaut. Es hieß nämlich, dass der Himmel rund, die Erde quadratisch ist. Daher waren alle heiligen Gebäude rund, Nebengebäude etc. viereckig und auch in der Parkanlage findet man diesen Wechsel zwischen rund und eckig wieder.


Es gab viel dort zu sehen, sodass wir einige Stunden brauchten bis wir wieder zurück im Hostel waren und uns aufwärmen konnten. Am Abend machten wir uns auf den Weg zum Barviertel. Leider verfuhren wir uns ein wenig – der Busfahrer hatte uns einfach zu früh rausgeschmissen, weil er vermutlich Feierabend machen wollte – sodass wir auf eigene Faust durch die Straßen liefen. Wir landeten in einer sehr bekannten Straße, in der es jede Menge Bars Restaurants, Hostels und Souvenirläden gab. Wir kamen sehr spät zurück ins Hostel und schlichen leise ins Bett um unseren Zimmernachbar nicht zu wecken.

Am Freitag standen wir früh auf um mehr vom Tag zu haben. Zuerst ging es über den Tianmen Platz zur Verbotenen Stadt.


Wir kauften uns einen Audioguide, der amüsantes Deutsch sprach. Dieser führte uns durch die Palaststadt. Ohne diesen Guide wäre es nur halb so spannend gewesen, da sich die Gebäude schnell wiederholten. Dennoch war es sehr interessant zu sehen, wie der Kaiser und sein Gefolge damals gelebt hatten.


Darauf machten wir uns auf den Weg zum Lama Tempel. Dieser Tempel ist so besonders, da er einer der wenigen tibetischen Tempel außerhalb von Tibet ist. Er war einer der schönsten Tempel, in denen ich während meines gesamten Aufenthalts in China gewesen war.


Den gesamten Tag achtete ich auf meine Ernährung, doch am Abend setzten wir alles auf eine Karte, da wir kaum Ausweichmöglichkeiten hatten. Wir gingen in ein richtig teures Restaurant, um die berühmte Pekingente zu essen. Wir stellten fest, dass selbst Gerhard Schröder dort bereits gespeist hatte. Wir nahmen es sogar in Kauf, dass wir einige Miuten auf einen freien Tisch warten mussten. Die Pekingente wurde höchstpersönlich von einem Koch vor unserem Tisch geschnitten und serviert. Sie schmeckte traumhaft. Entgegen der Tradition aßen wir die Pekingente zusammengewickelt in einer Art Pfannkuchen. Dies war zwar zuerst ungewöhnlich für uns, schmeckte aber richtig gut. Wir genossen die Ente und gönnten uns außerdem köstliche Frühlingsrollen. Wir schlemmten Stunden vor uns hin bis wir dann doch beschlossen mal langsam zu gehen. Wir zahlten das zwölffache eines normalen Abendessens, aber das war es wert und meinem Magen schien es wieder blendend zu gehen.

Am darauffolgenden Tag standen wir noch früher auf als zuvor. Das hatte aber einen ganz einfachen Grund: Wir wollten zur Großen Mauer in Mutianyu. Man fährt ungefähr zwei Stunden dorthin. Da Nebensaison war und keine Busse fuhren, mussten wir eine Tour buchen. An der Großen Mauer angekommen, mussten wir unsere erste Entscheidung fällen ohne uns über die Folgen so richtig bewusst gewesen zu sein. Wir sollten entscheiden, ob wir mit der offenen Gondel fahren wollten, sodass wir am Ende den Berg runterrodeln konnten, oder mit der geschlossenen Gondel. Natürlich entschieden wir uns für die Sommerrodelbahn. Allerdings war dadurch die Strecke, die wir auf der Großen Mauer innerhalb drei Stunden zurücklegen mussten doppelt so lang als mit der anderen Gondel. Das Wetter war sehr nebelig und trüb, klarte aber nach und nach etwas auf.


Wir hatten gehofft noch ganz viel Schnee zu erwischen, aber leider war nur noch auf der Mauer selbst Schnee. Man unterschätzt wie anstrengend es sein kann auf der Großen Mauer zu wandern. Es ging große Steinstufen steil hinauf, Wege auf Eis bergab...wir waren völlig außer Atem.


Hinzukam, dass wir uns auf dem Rückweg zur Rodelbahn sehr beeilen mussten, da man im Tal mit dem Mittagessen wartete. Dennoch hatte sich die Wahl gelohnt. Die Sommerrodelbahn machte auch im Winter außerordentlichen Spaß. Wir trafen als letztes beim Mittagessen ein und setzten uns zu den restlichen Westlern. Als wir denen allerdings beim Essen zusahen, waren wir etwas verstört. Den Sinn einer Reisschale hatten sie irgendwie nicht verstanden und verwendeten lieber den Abfallteller. Es war etwas abstoßend ihnen beim Essen zuzusehen. Auch das Essen war sehr auf die Westler abgestimmt. Es stand westliches chinesisches Essen vor uns, kein wirklich chinesisches. Gesättigt und völlg erschöpft fuhren wir darauf wieder zurück. Obwohl wir so müde waren, kamen wir darum herum unser Gepäck völlig neu zu packen. Da wir keine fünf Meter mehr laufen wollten, aßen wir abends Pizza im Hostel. Es ging bald für uns ins Bett.

An unserem vorerst letzten Tag in Peking schauten wir uns eine Austellung von Pekings Vergangenheit, Gegenward und Zukunft an. Darin sah man hauptsächlich Miniaturabbildungen von Peking und eine unrealistische Vorstellung, wie man Peking in der Zukunft sieht. An sich war das Museum richtig schön aufgebaut, allerdings war vieles nur auf chinesisch, sodass wir etwas verärgert waren. Danach machten wir uns auf den Weg zum Pearl und Silk Markt.


In diesen Shoppingcentern bekommt man so ziemlich alles, nur nicht immer ganz echt. Dort versucht man Dior, Luis Vuitton und Co. an den Mann zu bringen. Wir besorgten uns ein paar Souvenirs für Familie und Freunde zu Hause, waren aber bald erschöpft vom vielen Handeln. Als wir zurück im Hostel waren, bereiteten wir uns auf unsere bevorstehende Fahrt vor. Da überall an den Wänden im Hostel sich Gäste kreativ verewigt hatten, taten wir dies natürlich auch. Danach gings ab zum Bahnhof und rein in den Zug nach Harbin – allerdings war der Bahnhof extrem enttäuschend für einen Hauptstadtbahnhof. Mal wieder hatten wir keine Schlafplätze mehr bekommen, aber immerhin leisteten wir uns weiche Sitze. Dadurch war es uns möglich wenigstens ein bisschen zu schlafen.

5.3.14 12:39, kommentieren